Die ARD-Dokumentation „Gefährliche Apps“, die auf gemeinsamen Recherchen von netzpolitik.org und dem Bayerischen Rundfunk basiert, deckt ein erschreckendes Ausmaß des globalen Datenhandels auf. Im Zentrum stehen sogenannte „Databroker Files“ – ein Datensatz von über 13 Milliarden Standortdaten, die nahezu jeden Winkel Deutschlands abdecken.
Was vordergründig der Werbeindustrie dient, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als massives Sicherheitsrisiko. Durch einzigartige Werbekennungen auf unseren Smartphones lassen sich detaillierte Bewegungsprofile erstellen. Diese machen nicht nur den Wohnort oder Arbeitsplatz sichtbar, sondern auch Besuche in Krankenhäusern, Kirchen oder Beratungsstellen. Die Anonymität dieser Daten ist eine Illusion: Mit wenig Aufwand lassen sich Individuen identifizieren.
Besonders brisant: Die Betroffenen sind nicht nur Privatpersonen, sondern auch Angehörige sensibler Bereiche wie des Militärs oder der Sicherheitsbehörden. Der Artikel verdeutlicht, dass diese Informationen im Netz oft völlig unzureichend geschützt sind und sogar zur Gefahr für Leib und Leben werden können – etwa durch Stalking oder staatliche Überwachung. Die Recherche fordert ein dringendes Umdenken in der Regulierung der Datenindustrie, da der aktuelle Wildwuchs bei der Erhebung und dem Verkauf von Standortdaten fundamentale Freiheitsrechte und die persönliche Sicherheit bedroht.
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